Impfung Kaninchen


Es ist selbstverständlich, dass Kaninchen in Großbeständen zum Schutz gegen virale Erkrankungen geimpft werden. Diese Selbstverständlichkeit findet man in der Heimtierhaltung nicht.

 

Bei vielen Besitzern besteht eine große Unsicherheit darüber, ob sich Kaninchen, die keinen Kontakt zu Wildkaninchen haben, wie es bei der reinen Wohnungshaltung der Fall ist, überhaupt infizieren können. Auch ist die Angst vor Nebenwirkungen weit verbreitet. Ich habe dafür Verständnis und möchte Sie bitten, mit mir über Ihre Bedenken zu sprechen, um gemeinsam sorgfältig die Nutzen und Risiken einer Impfung abzuwägen. Grundsätzlich erfolgt eine Impfung frühestens ab der 4. - 6. Lebenswoche.


Myxomatose
Die Erkrankung wird durch das Leporipovirus ausgelöst. Typisch ist die kutane Verlaufsform: ödematose Schwellungen an Ohren, Augenlidern, Lippen, Nase und Genitalien. Je nach Erregerstatus und Allgemeinzustand versterben die Kaninchen innerhalb weniger Tage. Bei der milden Verlaufsform können die klinischen Symptome innerhalb einiger Wochen abheilen. Eine gezielte Therapie ist nicht möglich! Allerdings können nur leicht erkrankte Tiere symptomatisch mit Immunstimulantien (immunstärkende Medikamente, Homöopatika) und zur Unterdrückung von Sekundarinfektionen gezielt mit Antibiotika behandelt werden. Die Hauptübertragung erfolgt über die Stechmücke vom infizierten Wildkaninchen auf das Heimtier, in dessen Speichel das Virus bis zu 4 Wochen infektiös bleibt. Eine weitere häufige Ansteckungsquelle ist kontaminiertes, draußen gesammeltes Grünfutter.

Die Grundimmunisierung erfolgt ab der 6. Lebenswoche im Abstand von 4 bis 6 Wochen (d. h. 2 Injektionen).

Wird der Kombinationsimpfstoff (RHD plus Myxomatose) verwendet, sollte die Erstimpfung eine reine Myxomatose - Impfung sein und die zweite Grundimmunisierung mit der Kombinationsvakzine erfolgen.

Die Wiederholung der Impfung erfolgt im Abstand von ca. 6 Monaten.


China Seuche / RHD (Rabbit Haemorragic Disease)
Die Erkrankung wurde erstmals 1984 in China (daher der Name "Chinaseuche") und 1988 in Deutschland beobachtet. Die Krankheit tritt plötzlich auf. Die Inkubationszeit beträgt lediglich 1 bis 2 Tage. Die Tiere sind in der Regel älter als 2 bis 3 Monate. Typisch ist der rasante Krankheitsverlauf, die Tiere versterben oft innerhalb von wenigen Stunden, ohne dass sich eine Symptomatik ausgebildet hat. Selten verläuft die Krankheit perakut , d.h. mit Fieber, zentralnervösen Krämpfen, blutigem Urin oder Nasenausfluss. Eine Therapie ist nicht möglich. RHD wird durch ein Calicivirus ausgelöst, das durch Kot, Urin oder Speichel infizierter Tiere, aber auch durch Fliegen und Mücken übertragen wird.

 

Darüber hinaus können aber auch kontaminierte Schuhsohlen der Besitzer oder Frischfutter zur Ansteckung führen.

 

Einmalige Grundimmunisierung im Ater von frühestens 6 Wochen und jährliche Wiederholungsimpfung.