Impfung Hund


Ist das Muttertier geimpft, sind die Welpen bis zur 8. Woche durch in der Muttermilch enthaltene Antikörper gegen Infektionskrankheiten geschützt. Jetzt sollte die Grundimmunisierung beginnen! Sie besteht zunächst aus der 5-fach Impfung in der 8. Woche. In der 12. Woche folgt die 6-fach Impfung, bei der zusätzlich gegen Tollwut geimpft wird. Die Tollwut-Impfung muss in der 16. Woche wiederholt werden. Danach reicht eine jährliche Auffrischung aus.

Vor jeder Impfung wird Ihr Hund gründlich untersucht, denn man sollte nur gesunde Tiere impfen. Eine Woche vor dem Impftermin sollte der Hund entwurmt werden.


Staupe
Die Staupe ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, an der nicht nur Hunde, sondern auch marderartige Tiere erkranken können. Das Staupevirus ist eng verwandt mit unserem Masernvirus.

 

Infizierte Tiere scheiden Viren mit allen Körperflüssigkeiten aus und stecken damit andere Hunde an. Innerhalb einer Woche nach der Ansteckung bekommen die Hunde Fieber, dann erst bricht die eigentliche Krankheit aus. Diese kann sich durch drei sehr unterschiedliche Symptomenkomplexe äußern, die einzeln, aber auch in Kombination auftreten können:

Nervenform: Diese verursacht z. B. Lähmungen, Bewegungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder Verhaltensänderungen.

Darmform: Diese äußert sich mit mehr oder weniger heftigem Durchfall und Erbrechen. Lungenform: Diese reicht vom einfachen Husten über eitrigen Nasenausfluss bis hin zur Lungenentzündung.

 

Die Stärke der Erkrankung ist sehr unterschiedlich und kann bleibende Schäden hinterlassen (Veränderungen an den Zähnen und Fußballen, epileptische Anfälle u. a.) und auch tödlich enden.


Hepatitis contagiosa canis (HCC)
HCC ist eine durch Viren hervorgerufene, ansteckende Leberentzündung, die besonders Hunde aber auch Füchse befallen kann. Hunde infizieren sich meist durch den Kontakt mit anderen Hunden oder deren Körperausscheidungen (Urin, Kot, Speichel). Einige Tage nach der Ansteckung zeigt sich Müdigkeit, vermehrter Durst und Appetitverlust. In der Folge treten Bauchschmerzen auf, die sich durch einen aufgekrümmten Rücken oder durch starke Berührungsempfindlichkeit hinter dem Rippenbogen bemerkbar nachen können. Auch Erbrechen und Durchfall sind häufige Symptome. Seltener kommen Krämpfe vor. Vor allem bei Welpen verläuft die Erkrankung oft tödlich. Je älter die Tiere sind, desto milder kann die Erkrankung verlaufen.


Parvovirose
(Katzenseuche des Hundes)
Diese Erkrankung ist eine ebenfalls sehr ernstzunehmende Viruserkrankung. Einmal in den Körper gelangt, befallen die Parvoviren vor allem sich schnell teilende Zellen, beispielsweise Immunzellen und Darmepithelzellen, und zerstören diese. Die Folge ist ein sehr starker, oft blutiger Durchfall, häufig in Kombination mit Erbrechen, mit oft tödlichem Ausgang. Bei jungen Welpen, in den ersten zwei Lebenswochen, werden eher die Herzzellen angegriffen, weshalb es zu plötzlichen Todesfällen kommen kann. Problematisch ist die monate- bis jahrelange Überlebensfähigkeit der Parvoviren in der Umgebung dar. Die meisten Desinfektionsmittel, Hitze- und Kältebehandlungen sind wirkungslos, so dass die Krankheitserreger mit besonderen Maßnahmen bekämpft werden müssen. Eine Ansteckung kann aufgrund dieser starken Widerstandsfähigkeit direkt über Artgenossen erfolgen, aber auch durch eine infizierte Umgebung. Bei Katzen existiert die gleiche Erkrankung (Panleukopenie bzw. Katzenseuche), die entsprechenden Katzenviren sind für Hunde jedoch ungefährlich.


Leptospirose
Die Leptospirose ist eine Erkrankung, die durch Bakterien hervorgerufen wird, die Leptospiren. Die Ansteckung kann durch den Urin infizierter Hunde erfolgen, aber auch über Ratten an Tümpeln, Seen, Pfützen und feuchten Böden. Die Leptospirose kann Nieren- und/oder Leberschäden hervorrufen, gelegentlich aber auch symptomlos verlaufen. Infizierte Tiere können monate- bis jahrelang hin und wieder Leptospiren über den Urin ausscheiden. Die Bakterien können sowohl andere Tiere als auch Menschen befallen! Der Hund ist jedoch für diese Erkrankung besonders anfällig, deshalb ist eine Impfung gegen Leptospirose besonders wichtig.


Zwingerhusten, Parainfluenza
Die infektiöse Tracheobronchitis, der so genannte Zwingerhusten, ist eine Erkrankung der Luftröhre und der Bronchien. Der Begriff „Zwingerhusten" entstand dadurch, dass häufig Hunde erkranken, die mit vielen anderen auf engem Raum gehalten werden. Die Bezeichnung ist irreführend, denn auch einzeln lebende Tiere können sich infizieren. Im Anfangsstadium äußert sich die infektiöse Tracheobronchitis oft nur unauffällig und unspezifisch mit allgemeiner Abgeschlagenheit des Tieres, mangelnder Leistungsfähigkeit, Fieber und einem trockenen, harten Husten. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu massiven Veränderungen der Schleimhäute und andauerndem, quälend keuchendem Husten. Eine Behandlung ist dann oft aussichtslos.

Das Canine Parainfluenzavirus siedelt sich bevorzugt in den Schleimhäuten der Atemwege der Wirtstiere an. Dort werden zunächst die örtlichen Abwehrmechanismen von Nase, Luftröhre, Bronchien und Lungen geschwächt, so dass der Körper mit starken Entzündungsreaktionen antwortet. Durch die Vermehrung des Virus und die Entzündungsprozesse werden die Zellen der Schleimhaut zerstört. Auf diese Zelltrümmer setzen sich zusätzlich noch Bakterien, was verheerende Folgen für das erkrankte Tier haben kann.


Tollwut
Die Tollwut ist sicher die bekannteste und am meisten gefürchtete Erkrankung. Gefährdet sind alle Säugetiere und Vögel. Tollwut äußert sich durch Gehirnentzündung. Eine Übertragung erfolgt meist mit dem Speichel durch einen Biss. Von der Bissstelle aus wandern die Viren an den Nerven entlang Richtung Rückenmark und anschließend zum Gehirn, von dort aus zu den Speicheldrüsen. Während der Erkrankung durchlaufen die Tiere drei mehr oder weniger stark ausgeprägte Stadien, die von Wesensveränderungen über Aggression bis zur Depression mit Lähmungserscheinungen reichen. Die Erkrankung endet meist tödlich, Behandlungsversuche erkrankter Tiere sind gesetzlich verboten.